Ein Verein

Geschrieben 2011

Soll einer sagen, wir machen nichts.

 

Grafik: Lena Knaudt

Sollte man spenden oder eher nicht spenden zum Erhalt des weiteren Betriebes des Literaturinternetforums KeinVerlag de., – so fragt im fast gleichnamigen Thread der Eigentümer dieser Plattform, Jan Zenker, und listet die Kosten, und insbesondere seinen Eigenanteil an diesen Kosten auf. Eine interessante Frage…

Für sich selbst beantwortet haben diese Frage zumindest die Mitglieder des Vereines KeinVerlag e.V., die durch einen Teil ihrer Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung der genannten Kosten beitragen: etwa ein Drittel der Kosten werden durch diese Mitgliedsbeiträge getragen. Der Betrag, den der Verein an das Forum abgibt, errechnet sich prozentual aus den Mitgliedszahlen, und zwar aus der Anzahl der Mitglieder, die zu dem Zeitpunkt der Berechnung den vollen Mitgliedsbeitrag bezahlen, einen ermäßigten, oder eben gar keinen. Wie in den meisten Vereinen heutzutage üblich, sind auch die Mitgliedsbeiträge des Vereines KeinVerlag e.V. in diesem Sinne gestaffelt. Als eine kleine Gegenleistung für dieses Engagement stellt der Eigentümer des Forums die Autorenseiten der Vereinsmitglieder werbefrei.

Gegründet im Jahre 2004 in  Erlangen, war es die Intention einiger Mitglieder des Forums, eine Gemeinschaft zu bilden, die gezielt Autoren der Plattform in ihrem literarischen Wirken unterstützen und fördern sollten und zwar durch die Durchführung auch nichtvirtueller Projekte. In den folgenden Jahren wurden verschiedene dieser Ideen verwirklicht: durch die Publikation der Literaturzeitung „16 Seiten“ und durch die Herausgabe zweier Anthologien, in denen die Werke einiger KV-Autoren exemplarisch vorgestellt wurden. Veranstaltet wurden mittlerweile drei Lesungen, bei denen verschiedene Autoren des Forums aus ihren Werken lasen. An den jährlich stattfindenden Forumstreffen ist der Verein finanziell und organisatorisch beteiligt, falls das gewünscht wird von den Verantwortlichen. Und so weiter.

Ein besonderes Anliegen des Vereines ist die Jugendförderung, im Vorstand des Vereines sind die jungen Autoren durch eine Jugendvertreterin präsent: seit 2010 ist das die Kollegin  Lena Knaudt. So stehen den jungen Usern der Community ein eigenes Jugendforum und ein Jugendchat zur Verfügung, auch diese Kolumne ist als Möglichkeit für junge Kollegen, ihre Meinung außerhalb der Foren zu äußern, als Vereinsprojekt im Rahmen der Jugendarbeit konzipiert. Monatlich wird seit drei Jahren ein „Jungautor des Monats“ gewählt, auch die Durchführung dieses Projektes und seine Finanzierung wird durch den Verein ermöglicht. In den vergangenen zwei Jahren gab es einen externen Jugendwettbewerb in Zusammenarbeit mit dem Literaturinternetforum „LiFo“, und einen internen, der für alle KVler von jungen Kollegen organisiert wurde. Im November wird die Jugendanthologie „denk mal“ erscheinen, die eine von jungen Kollegen selbst zusammengestellte und editierte Auswahl der Texte junger KV-Autoren publizieren wird. Im Gespräch ist momentan ein eigenes Jugendtreffen, das bei Interesse nächstes Jahr stattfinden könnte.

So gesehen führt der Verein durch seine Mitglieder alle wesentlichen Projekte des Forums durch und finanziert einen zumindest kleinen Teil der Kosten der Seite. Diese Finanzierung ist auch möglich, weil die genannten Satzungszwecke des Vereines im Juli 2011 durch das Finanzamt Wuppertal erneut als gemeinnützig anerkannt wurden, und der Verein so von der Zahlung einer Körperschaftssteuer befreit wurde. Der oft in beleidigender Form gebrauchte Ausdruck „Vereinsmeier“ trifft so gesehen nur die leider zahlreichen Blöden, die solche Verunglimpfungen absondern: als reiner Meier ohne Verein müssten die Mitgliedsbeiträge versteuert werden, Spitzensteuersatz bis zu 68 % der Einkünfte. Eine solche Versteuerung erspart man sich durch den entsprechenden Eintrag beim zuständigen Amtsgericht als Verein („e.V.“).

Mitglied zu werden ist formal ziemlich einfach, einfach den ausgefüllten Mitgliedsbeitrag an den Vorsitzenden, also an mich, schicken. Die Mitgliedsbeiträge sind, wie geschrieben, gestaffelt, Autoren, die das 18. Lebensjahr nicht vollendet haben, zahlen natürlich gar keine Beiträge.

Oft und gerne, besonders: gerne, missverstanden wird eine meiner permanent gemachten Aussagen über die Altersstruktur der Mitglieder des Vereines, ich schreibe und sage immer: Der Verein hat, wie fast alle ähnlichen Institutionen, ein Nachwuchsproblem, der Verein hat zu wenig junge Mitglieder. Daraus wird dann gelesen: hat zu viele ältere Mitglieder, das habe ich aber nie behauptet und werde es nie behaupten. Nicht nur, weil ich selbst zu diesen älteren Mitgliedern gehöre. Aber seriös formuliert heißt das eben auch, dass jede Gruppe in einer Gemeinschaft nur so effizient ihre Interessen vertreten kann, wie sie zahlenmäßig in dieser Gemeinschaft vertreten ist, daran kann auch eine, wie in unserem Verein, erstklassig arbeitende Jugendvertreterin nichts ändern. Der Verein braucht also nicht nur aus Gründen der vernünftigen Generationsregelung mehr junge Mitglieder insgesamt, und mehr ältere Mitglieder ohnehin.

Übrigens wurde im Jahre 2004 auch das Kommunikationsforum „Facebook“ gegründet, auch hier ist der Verein seit einiger Zeit mit einer eigenen Seite vertreten. Kommunikationstechnisch also mittlerweile mit allen Wassern gewaschen, könnte man es salopp formulieren. Wer sich also der unserer kleinen Gemeinschaft anschließen möchte aus genannten Gründen oder aus anderen: Herzlich Willkommen. Ich wünsche aber allen Lesern dieser Kolumne:

Einen schönen Tag.